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Ressourcengewinnung bezeichnet im Umweltkontext die Entnahme und Nutzung natürlicher Rohstoffe aus der Umwelt zur Deckung menschlicher Bedürfnisse und wirtschaftlicher Zwecke. Dazu zählen erneuerbare und nicht-erneuerbare Ressourcen wie Holz, Wasser, Erdöl, Metalle und Mineralien. Die Ressourcengewinnung ist eng mit Umweltbelastungen verbunden, da sie Ökosysteme beeinträchtigen, die Biodiversität gefährden und erhebliche Mengen an Energie sowie Wasser verbrauchen kann.

Allgemeine Beschreibung

Die Ressourcengewinnung ist ein grundlegender Bestandteil jeder Volkswirtschaft und bildet die Basis für Industrie, Energieproduktion, Bauwesen und viele weitere Bereiche. Im Umweltkontext wird der Begriff insbesondere im Hinblick auf die ökologischen Auswirkungen betrachtet, die mit dem Abbau und der Nutzung natürlicher Ressourcen verbunden sind. Die Gewinnung erfolgt entweder durch direkte Eingriffe in die Natur, wie Abholzung, Bergbau oder Fischfang, oder durch die Nutzung von Ressourcen wie Wasser und Wind.

Zu den wichtigsten nicht-erneuerbaren Ressourcen gehören fossile Brennstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas) und mineralische Rohstoffe (Kupfer, Eisen, Seltene Erden). Erneuerbare Ressourcen umfassen Holz, Wasser, Boden, Biomasse und die Energie aus Sonne und Wind. Auch wenn erneuerbare Ressourcen als nachhaltiger gelten, kann ihre Gewinnung bei unsachgemäßer Nutzung zu Umweltproblemen führen, etwa durch Überfischung, Bodendegradation oder Wasserknappheit.

Die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert markierte eine neue Phase in der Ressourcengewinnung, mit massiven Eingriffen in die Natur und einer stark gestiegenen Nachfrage nach Rohstoffen. Heute ist der weltweite Ressourcenverbrauch auf einem historischen Höchststand. Laut International Resource Panel der Vereinten Nationen hat sich der weltweite Rohstoffverbrauch seit 1970 mehr als verdreifacht.

Rechtliche Grundlagen der Ressourcengewinnung sind in internationalen Abkommen (z. B. das Übereinkommen über die biologische Vielfalt) sowie in nationalen Gesetzen geregelt. Die europäische Gesetzgebung setzt zunehmend auf nachhaltige Nutzung und Kreislaufwirtschaft, um die negativen Umweltauswirkungen der Ressourcengewinnung zu verringern.

Spezielle Herausforderungen bei der Ressourcengewinnung im Umweltbereich

Ein zentrales Problem der Ressourcengewinnung ist die Umweltzerstörung in besonders sensiblen Ökosystemen. Der Bergbau in Regenwäldern führt beispielsweise zu Entwaldung, Bodenerosion und Wasserverschmutzung. Der Abbau von Seltenen Erden für moderne Technologien wie Windkraftanlagen oder Elektroautos kann ebenfalls erhebliche ökologische Schäden verursachen.

Zudem ist die Ressourcengewinnung häufig mit sozialen Konflikten verbunden. In vielen Regionen kommt es zu Auseinandersetzungen um Landnutzungsrechte, Vertreibung indigener Bevölkerungen und zu Menschenrechtsverletzungen. Auch Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen im Bergbau sind bekannte Probleme.

Anwendungsbereiche

  • Bergbau und Rohstoffabbau: Gewinnung von Metallen, Mineralien und fossilen Brennstoffen aus der Erde.
  • Forstwirtschaft: Nachhaltige und industrielle Holzernte zur Herstellung von Bauholz, Papier oder Biomasse.
  • Fischerei und Meeresressourcen: Nutzung von Fischbeständen und anderen marinen Ressourcen.
  • Wasserwirtschaft: Entnahme von Trinkwasser und industriellem Wasser für Landwirtschaft, Energie und Haushalte.
  • Erneuerbare Energien: Nutzung von Wind, Sonne und Wasserkraft als Energieressourcen.
  • Bodenbewirtschaftung: Landwirtschaftliche Nutzung von Böden für die Lebensmittelproduktion und industrielle Landwirtschaft.

Bekannte Beispiele

  • Lithiumabbau in Südamerika: Die Gewinnung von Lithium für Akkus in Elektrofahrzeugen, vor allem in Bolivien, Chile und Argentinien, führt zu Wasserknappheit und Umweltzerstörung.
  • Palmölplantagen in Indonesien: Die Ressourcengewinnung für Palmölprodukte verursacht massive Regenwaldabholzungen und bedroht Arten wie den Orang-Utan.
  • Kohleabbau im Tagebau in Deutschland: Großflächige Landschaftszerstörungen, wie im rheinischen Braunkohlerevier, führen zu Umsiedlungen und Verlust von Lebensräumen.
  • Goldabbau im Amazonasgebiet: Illegaler Goldabbau führt zur Vergiftung von Flüssen durch Quecksilber und zur Abholzung großer Waldflächen.
  • Wasserentnahme aus dem Aralsee: Exzessive Wasserentnahme für Baumwollanbau führte zum dramatischen Schrumpfen des Sees und zu ökologischen Katastrophen.

Risiken und Herausforderungen

  • Zerstörung von Ökosystemen: Die Gewinnung von Ressourcen führt oft zur Vernichtung natürlicher Lebensräume und zum Verlust der Artenvielfalt.
  • Treibhausgasemissionen: Besonders der Abbau fossiler Brennstoffe trägt erheblich zum Klimawandel bei.
  • Wasserknappheit: Hoher Wasserverbrauch bei der Ressourcengewinnung verschärft Wasserkrisen in vielen Regionen der Welt.
  • Soziale Konflikte: Ungerechte Verteilung der Ressourcen und die Missachtung indigener Rechte führen zu politischen Spannungen und Konflikten.
  • Gesundheitsgefahren: Umweltverschmutzung durch toxische Abfälle und Chemikalien belastet die Gesundheit von Arbeitern und Anwohnern.
  • Erschöpfung der Ressourcen: Übernutzung und mangelnde Recyclingstrategien führen zu einer Verknappung wichtiger Rohstoffe.

Ähnliche Begriffe

  • Rohstoffabbau: Konkreter Prozess der Gewinnung mineralischer oder fossiler Ressourcen.
  • Extraktivismus: Wirtschaftsmodell, das auf intensiver Ausbeutung natürlicher Ressourcen basiert.
  • Kreislaufwirtschaft: Wirtschaftsweise, bei der Ressourcen möglichst effizient genutzt und wiederverwendet werden.
  • Ökologische Fußabdruckanalyse: Bewertungsmethode zur Messung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltauswirkungen.

Zusammenfassung

Ressourcengewinnung im Umweltkontext beschreibt die Entnahme natürlicher Rohstoffe, die für wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedürfnisse verwendet werden. Die damit verbundenen ökologischen und sozialen Auswirkungen sind erheblich. Um den Klimawandel zu bekämpfen, die Biodiversität zu erhalten und nachhaltige Entwicklung zu fördern, müssen umweltfreundlichere Formen der Ressourcennutzung etabliert werden.

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